SKV Chronik

Herzlich willkommen beim Keglerverein Coburg und Land e.V.!

Ein dumpfes Grollen auf der Bahn, das unverwechselbare Klackern der fallenden Kegel und der Jubel der Mannschaft – wer einmal vom „Kegelfieber“ gepackt wurde, den lässt es so schnell nicht wieder los. Kegeln ist für uns weit mehr als nur ein präziser Wurf; es ist Leidenschaft, Teamgeist und gelebte Gemeinschaft.

Seit über 70 Jahren rollen in unserer Region die Kugeln. Was im Jahr 1953 in einer gemütlichen Ebersdorfer Gaststube mit einer Handvoll Enthusiasten begann, hat sich durch Zusammenhalt, Weitsicht und die erfolgreiche Fusion der Verbände Coburg-Land, Coburg-Stadt und Lichtenfels zu einem der größten und traditionsreichsten Sportkegelvereine in ganz Oberfranken entwickelt.

Mit knapp 30 angeschlossenen Clubs bieten wir heute ein sportliches Zuhause für alle Altersklassen – vom ehrgeizigen Leistungssportler über die engagierte Jugend bis hin zum geselligen Freizeitkegler.

Wir laden dich herzlich ein: Tauche ein in unsere spannende Vereinschronik, lies von den legendären Anfängen auf alten Dorfkegelbahnen, von herausragenden Meisterschaften und unserem sozialen Engagement abseits der Bahnen.

Viel Spaß beim Lesen – und allzeit „Gut Holz!“


Vom Gasthaus auf die große Bühne: Die Geschichte des Keglervereins Coburg und Land

Es ist eine Geschichte von Leidenschaft, sportlichem Ehrgeiz und einem bemerkenswerten Zusammenhalt: Was vor über 70 Jahren in einer gemütlichen oberfränkischen Gaststube begann, hat sich zu einem der größten und erfolgreichsten Kegelsportvereine der Region entwickelt.

Die Geburtsstunde im Gasthaus „Goldener Löwe“ (1953)

Alles begann am 1. März 1953. Im Gasthaus Goldener Löwe – liebevoll „Beckla“ genannt – in Ebersdorf trafen sich begeisterte Kegler unter der Federführung von Adolf Frank (Grub a.F.), um die Interessengemeinschaft Coburg-Land ins Leben zu rufen.

Schon in der Saison 1953/1954 rollten die Kugeln in der ersten offiziellen Punktspielrunde. Mit dabei waren Teams, deren Namen noch heute ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern und den urigen Charakter der Gründerjahre widerspiegeln: Beinah Grub a.F., Oeslau, Haarth, Gut Holz Scheuerfeld, Sonnefeld und Beinah Wohlbach. Das absolute Highlight des Jahres war damals das Kegeln um das Sportabzeichen in Gold, Silber und Bronze, das auf der neutralen Anlage des ESV Lichtenfels ausgetragen wurde.

Der Kegelsport begeisterte zunehmend die Massen. Im Laufe der Jahre schlossen sich immer mehr Clubs an, darunter klangvolle Namen wie Freier Schwung Grub, Beinah Neuses an der Eichen, Um ein Haar Witzmannsberg, Freiweg Gestungshausen und Scharf Eck Weidhausen.

Der entscheidende Schritt: Aus der Interessengemeinschaft wird ein Verein (1963–1964)

Am 10. Oktober 1963 standen die Zeichen auf Veränderung. Nach einer hitzigen, zweistündigen Vorstandsdiskussion unter dem 1. Vorsitzenden Dietmar Schmidt fiel der mutige Beschluss: Die Interessengemeinschaft sollte in einen echten Sportkegelverein umgewandelt werden. Während einige Clubs wie Beinah Grub oder Scharf Eck Weidhausen sofort Feuer und Flamme waren, erbat sich manch anderer noch Bedenkzeit.

Am Freitag, den 17. Januar 1964, war es dann offiziell: Im Beisein hoher Verbandsfunktionäre aus Nürnberg, Bamberg und Coburg wurde der Sportkegelverein Coburg-Land aus der Taufe gehoben. Dietmar Schmidt und Günter Lojewski bildeten die erste Vorstandsdoppelspitze.

Das „Kegelfieber“ erfasst die Region (Die späten 1960er Jahre)

Das Jahr 1964 markierte einen Wendepunkt. Die alten Dorfkegelbahnen, die eher dem gemütlichen Bierkegler in den Sommermonaten dienten, gehörten bald der Vergangenheit an. In Grub am Forst wurden gleich zwei neue Anlagen (eine Einbahn- und eine Zweibahnanlage) feierlich eingeweiht.

Mit dem Bau der modernen Bundeskegelbahnen in Grub, Gestungshausen, Sonnefeld und Witzmannsberg brach in den Ortschaften ein wahres Kegelfieber aus! Bei der Generalversammlung 1965 in Weidhausen hatte sich die Mitgliederzahl des SKV bereits weitaus verdoppelt. 22 Mannschaften kämpften fortan in der A- und B-Gruppe um jeden Wurf. 1968/1969 bündelte man die Kräfte weiter und schloss sich im Spielbetrieb mit Coburg-Stadt und Neustadt zusammen.

Goldene Jahrzehnte und die Macht der Jugend (1970er – 1990er)

Die stetige Aufwärtsentwicklung kannte keine Grenzen. 1977 war der Verein auf stolze 300 Mitglieder angewachsen und stand auf Platz 4 im Bezirk Oberfranken. Besonders die intensive Frauen- und Jugendarbeit der 70er Jahre zahlte sich nun aus. Ein Glanzlicht: Die Herrenmannschaft erkämpfte sich im Wettbewerb um die „Goldene Kugel von Bayern“ den sensationellen 2. Platz – direkt hinter dem Bundesligisten aus Nürnberg!

Das Sportjahr 1985/86 schrieb Vereinsgeschichte. Die erste Jugendmannschaft holte mit unglaublichen 24:0 Punkten ungeschlagen die Meisterschaft in der Bezirksliga, meisterte die Aufstiegsspiele und trat im Folgejahr in der Bayernliga an. Mitte der 80er Jahre stellte der Verein unfassbare 46 Damen- und Herrenmannschaften.

Auch die Wendezeit brachte frischen Wind: Der Kegelklub TSV BW Unterlauter stieß dazu, und in Gestungshausen entstand durch eine Fusion ein neues Vereinsheim mit einem großen Saal und einer modernen 4-Bahnen-Anlage.

Soziales Herz und neue Rekorde (Die 2000er Jahre)

Das neue Jahrtausend brachte Veränderungen, aber auch herausragende individuelle Erfolge. Sandra Nold (Alle 9 Grub) brillierte bei den Deutschen Meisterschaften der Juniorinnen mit 920 Holz (Platz 7).

Doch der SKV glänzte nicht nur sportlich, sondern bewies ein riesiges Herz: 2013 wurde der Silvestercup ins Leben gerufen. Ein wohltätiges Turnier, das bis heute (unterbrochen nur von Corona) am Jahresende für den guten Zweck ausgetragen wird. Knapp 8.000 Euro konnten so bereits an Projekte wie die Klinik-Clowns oder Brandopfer gespendet werden.

Auch die Vereinstreue suchte ihresgleichen: 2015 wurde Günther Kolb, Altbürgermeister von Grub am Forst, für sein 60-jähriges (!) Engagement als Vorsitzender von Freier Schwung Grub ausgezeichnet. Eine Lebensleistung für den Kegelsport. Ein weiteres Paradebeispiel für engagierte Nachwuchsförderung war Otto Popp in Gestungshausen, dessen Weitsicht zahllose Erfolge im Jugendbereich und im Ligenbetrieb ermöglichte.

Ein Blick zurück: Das große Erbe des KV Coburg Stadt

Um die jüngsten Entwicklungen zu verstehen, muss man die stolze Geschichte der Stadt-Kegler würdigen. Der KV Coburg wurde bereits am 1. September 1925 gegründet. Zu seinen Hochzeiten im Jahr 1987 vereinte er sagenhafte 698 Keglerinnen und Kegler aus 27 Herren- und 7 Damenklubs. Auf fünf 4-Bahnen-Anlagen in der Stadt (u.a. Falkenegg, Kegler Casino, Bosporus) wurde Kegelsport auf höchstem Niveau zelebriert. Große Vorsitzende wie Franz Anderlik (Träger des Bundesverdienstkreuzes) prägten diese Ära.

Tradition trifft Zukunft: Die großen Fusionen (2019 – Heute)

In einer Zeit, in der viele Vereine mit Mitgliederschwund kämpften, bewiesen die Coburger Kegler Weitsicht. 2019 begannen die Gespräche zwischen dem KV Coburg Stadt und dem SKV Coburg-Land. Unter der Leitung von Michael Jahn und Andreas Kleiber wurde ein starkes Konzept erarbeitet. 2021 wurde die historische Fusion zum Keglerverein Coburg und Land endgültig besiegelt.

Doch die Vision einer starken Kegelsport-Gemeinschaft war damit nicht beendet. 2023 schloss sich der SKV Lichtenfels mit seinen 9 Klubs dem neuen Großverein an.

Heute blickt der SKV Coburg und Land e.V. stolz auf eine Verwaltung von knapp 30 Klubs und ist damit zum drittgrößten Verein im BSKV-Bezirk Oberfranken aufgestiegen. Aus dem beschaulichen Treffen im „Goldenen Löwen“ ist ein echtes sportliches Aushängeschild der Region geworden – getragen von der gleichen Leidenschaft, die schon 1953 das erste Holz zu Fall brachte.